Zielgruppe

Situation der Zielgruppe In der multikulturellen Stadt Berlin, lebt auch eine große arabische Gemeinde, die sich über 25 Jahren zu einem festen Bestandteil dieser Stadt entwickelt hat. Die meisten Mitglieder dieser Gemeinde haben am Anfang ihres Exillebens keine Möglichkeit gehabt, zur Ruhe zu kommen, geschweige denn, die im Rahmen der Familie oder Freunde so notwendige Aufarbeitung der Vergangenheit und Findung der jeweiligen Rollen und Perspektiven zu bewältigen. Obwohl die Mitglieder der Gruppe, die vor Dezember 1989 nach Berlin flüchteten, dem Gesetz nach gleichberechtigte Bürger, im Besitz der deutschen Staatsangehörigkeit oder ähnlicher Aufenthaltsberechtigender Papiere, sind. Eine Diskrepanz zwischen dem gesetzlich möglichen und dem sozialen und psychologischen Handlungsspielraum ist entstanden. Die Eltern stellen eine bittere Entfremdung zu ihren Kindern fest. Zu spät erkennen sie, dass sie die Entwicklung ihrer Kinder zu oberflächlich begleitet haben, flüchten in ihren kulturellen Ursprung und kapseln sich immer mehr von der Realität ab. Nach den Erfordernissen der deutschen Gesellschaft konnten die Kinder der ersten Generation nicht ausreichend vom Elternhaus unterstützt werden und weisen große motivationale Defizite auf. Die Kinder der zweiten Generation haben weniger nach außen sichtbare Probleme, ihre Identitätskrise ist jedoch größer. Das Verständnis für die Ansichten, Werte und auch mangelnden Sprachkenntnisse ihrer Eltern ist nicht vorhanden. Die somit vorprogrammierten Probleme, lassen sich mit herkömmlichen therapeutischen Methoden nicht ausreichend bewältigen und erfordern grundsätzliches Umdenken und innovatives Planen. Eine im obigen Sinne problemorientierte, arabische Traditionen und sprachliche Barrieren berücksichtigende und mittelfristig angelegte Arbeit wird benötigt.





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