Arbeit von Bissat

Zielgruppe:

Die Beziehung zwischen den Eltern und der Schule ist oft mangelhaft, weil die Eltern sich von der Schule nicht verstanden fühlen. Missverständnisse und Unsicherheiten durch sprachliche Defizite hindern die Eltern an der Teilnahme von Elternabenden bzw. Gesprächen mit der Schule. Der fehlende Dialog wird von der Schule oft als Desinteresse der Eltern gewertet. Darüber hinaus wird den Lehrern ein maßgebliches Instrument im Umgang mit den Kindern genommen. Solange die Kinder Eltern und Lehrer aufgrund fehlender Kommunikation gegeneinander ausspielen können, werden beide Seiten ihre erzieherischen Ziele nicht erreichen können. Die Kinder stehen zwischen den Eltern und der Schule und sind somit irritiert. Sie wissen nicht, an wen sie sich wenden können. Viele von ihnen haben deswegen weder gegenüber den Eltern noch gegenüber der Schule Respekt

Projektbeschreibung:
Da in der Ausgangssituation die durch unsere Arbeit zu erwirkende Kommunikation und Zusammenarbeit zwischen Eltern und Schule in besonders schwierigen Familien noch nicht existent ist, erreichen wir Familien nicht wo der Handlungsbedarf sehr groß ist, wenn die Akquise und Durchführung der sozialen Arbeit im Rahmen der Schule stattfindet. In diesen Fällen ist eine gezielte Vorarbeit erforderlich, um die Vorraussetzungen für eine offene und erfolgreiche Zusammenarbeit zwischen Familien und Schule zu schaffen. An dieser Stelle will Al-Dar mit seiner langjährigen Erfahrung und den engen Kontakten zur arabischen Gemeinde die vorhandene Vertrauenssituation zur sozialpädagogischen Arbeit und der Umsetzung der Ziele unseres Projektes nutzen. Die Erfahrungen haben gezeigt, dass es notwendig ist den traditionell lebenden Familien vorerst eine vertrauensvolle Umgebung zu schaffen, in denen sie unter Gebrauch Ihrer Muttersprache an die Problematik in der Zusammenarbeit mit der Schule und ihrer Verantwortung für den schulischen Werdegang ihrer Kinder herangeführt werden. Es bedarf hier einer vermittelnden Funktion, die den Brückenschlag zwischen traditionell lebenden arabischen Familien und unserer deutschen Gesellschaft und hier im speziellen der Bildungsinstitution Schule herstellt. Werden die verfahrenen Strukturen aufgebrochen, eröffnet sich hier die Gelegenheit entscheidend und prägend auf die Kinder einzuwirken und die Ausbildungs- und Integrationschancen maßgeblich zu steigern.

Projektablauf:
Beim Bedarf werden die Familien nach Gesichtspunkten von Geschlecht und Alter in 4 Gruppen geteilt: Väter / Mütter / Söhne / Töchter. Jede Gruppe trifft sich ein Mal wöchentlich. Die Arbeit mit den Kindern findet in der Schule statt und die Arbeit mit den Eltern wird in den Räumlichkeiten des Al-Dar in der Adalbertstr.17 in 10969 Berlin / Kreuzberg oder bei den Familien stattfinden. Eine der großen Herausforderungen ist es auch die Väter zu erreichen und in den erzieherischen Prozess einzubeziehen, wobei gerade hier der Einsatz der Muttersprache unabdingbar sein wird. Die Eltern müssen für den Umgang und Dialog mit der Schule und der Teilnahme an Elternabenden regelrecht "geschult und ausgebildet" werden. Nachdem anfängliche Start- und Kontaktschwierigkeiten innerhalb der Gruppen überwunden sind und konkrete Probleme und Konflikte herausgearbeitet wurden, soll im Zuge einer Problemlösung die strikte geschlechtliche Trennung in zusätzlichen Terminen aufgehoben werden und eine interaktive Arbeit erfolgen.


Arbeitsmethoden und Instrumente: * mit den Kindern:
  • Gesprächsrunden und beim Bedarf Einzellgespräche.
  • Durch Rollenspiele wird das Verhalten analysiert.
  • Konzentrationsübungen
  • Freiraum schaffen um ihre Erlebnisse, Probleme, Bedürfnisse und Gefühle zu äußern.
  • Fair spielen nach Regeln
  • Kulturelle Ausflüge mit dem Ziel ihr deutsches Umfeld und die Stadt in der sie leben kennen zu lernen

* mit den Eltern:
  • Treffen mit den Vätern und den Müttern in kleinen Gruppen
  • Gemeinsame Elternabende
  • Mit Hilfe von gemeinsam gesehenen Filmen und anschließenden "Diskussionen und Analysen" wird an schwierige Themen spielerisch herangeführt und diese dann durch gezielte Leitung durch die Sozialpädagogen thematisiert.
  • Einüben von Problemlösungsstrategien
  • Die Eindrücke ihrer Kinder bei den kulturellen Ausflügen thematisieren.


Regelmäßiger Kontakt zur Schule:
Hierbei ist auch von besonderer Wichtigkeit durch gezielte Gespräche die Erfahrung und Ausbildung der Lehrer mit einzubeziehen, um in der Einwirkung auf die Schüler möglichst homogen und an den Zielen der Schule orientiert zu bleiben. Ziel ist es schließlich den Dialog mit den Lehrern möglich zu machen.
Alle Teilnehmer sollen zur aktiven Gestaltung ermutigt und ihre sozialen Fähigkeiten und ihr Mut zur Kommunikation gefördert werden. Man muss Kultursensibel arbeiten und die Betroffenen auf beiden Seiten sensibilisieren. Die Unterschiede sowie die Gemeinsamkeiten beider Kulturen thematisieren. Zwei Sozialarbeiterinnen / Sozialarbeiter werden dieses Projekt durchführen. Je nach Gruppenzusammensetzung und dem entsprechenden fachlichen Bedarf wird das Team nach Geschlecht und Staatsangehörigkeit zusammengesetzt, um interkulturelle Missverständnisse zu vermeiden. Die sozialpädagogischen Mitarbeiter des Al-Dar haben Kenntnisse und Verständnis von beiden Kulturen.





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