soz. Gruppenarbeit

Die Vorbereitung:

Die Zusammenstellung der Gruppe erfolgt bedarfsorientiert, was eine gründliche Vorbereitung erfordert. Nach Klärung der Voraussetzungen (Finanzierungsfragen, sind genügend Kinder beisammen um eine Gruppe zu bilden, ect.) wird mit den anamnestischen Gesprächen mit Eltern und Kindern begonnen. Dabei ist es wichtig, die Gruppen- und Belastungsfähigkeit der Kinder einzuschätzen sowie eine Problemanamnese zu entwickeln. Entscheidend ist hierbei auch, wie in jedem Beratungsprozess, der Aufbau von Vertrauen und von einer tragfähigen Arbeitsbeziehung.

Bei Al Dar e.V. arbeiten arabische PsychologInnen und SozialarbeiterInnen, die die Anerkennung des Landesjugendamtes erhalten haben und die neben der psychischen und sozialen Problematik auch die kulturelle Spezifik berücksichtigen können.

Der Gruppenprozess:

Der zeitliche Umfang beträgt je nach Gruppenkonstruktion entweder 1 mal 4 oder 2 mal 3 Gruppenstunden wöchentlich über 1 bis maximal 2 Jahre, bei besonders schwierigen Kindern. Eine Gruppe wird von zwei GruppenleiterInnen durchgeführt, nach Möglichkeit einem Mann und einer Frau, um den Kindern unterschiedliche Identifikationsmöglichkeiten zu bieten. Ein Gruppenziel ist das Lernen am Modell, indem Gleichberechtigung zwischen Jungen und Mädchen noch vor der Bearbeitung des Themas vorgelebt wird. Die angewandten Methoden sind spieltherapeutischen, erlebnispädgogischen sowie systemisch-familientherapeutischen Ansätzen entnommen.

In der Gruppe herrschen bestimmte, von den Kindern und GruppenleiterInnen erarbeitete Gruppenregeln bzw. Umgangsformen. Dazu gehört z.B. die Schweigepflicht, d.h. das in der Gruppe Offenbarte darf nur im Einverständnis mit dem Kind den Eltern erzählt werden. Dies ist nötig, um den Kindern den geschützten Raum für die Äußerung und Entfaltung ihrer Gefühle zu bieten. Andererseits muss gemeinsam besprochen werden, welche Dinge der Betreuer/die Betreuerin den Eltern erzählen muss, z.B. bestimmte Grenzüberschreitungen.

Zu der Struktur der Gruppenstunden können auch bestimmte Rituale gehören, z.B. das Begrüßungs- und Abschiedsritual oder das Feiern von Festen. Arbeitsphasen werden durch Spiel-, Ruhe- und Entspannungsphasen abgelöst.

„Werkzeuge“, die den Prozess in Gang bringen, können sein: Spiele, Rollenspiele, Geschichten, Märchen, Zeichnungen, verschiedene Übungen. Es können einfache Hilfsmittel symbolisch genutzt und gedeutet werden (Kuscheltiere, Bausteine, Gefühlekarten, Perlen etc.). Die Kinder sollen ihre Konflikte spielerisch austragen, mit dem Ziel, realistische Lösungen zu finden.

Zur Stärkung des Gruppenzusammenhaltes werden auch Wochenendaktivitäten eingeplant und sinnvolle Freizeitaktivitäten unternommen, um den Kindern auch andere Modelle zu bieten. Freizeitangebote können sein: Kochen, Schwimmen, Fußball, Trommeln, kreative Tätigkeiten wie Basteln, Begegnungen mit anderen Gruppen, Teilnahme an kulturellen Veranstaltungen, Ausflüge etc. Zu diesen Aktivitäten werden die geschlechtsspezifisch getrennten Gruppen zusammengeführt.

Für die Kinder, Eltern und die Familien besteht bei Bedarf die Möglichkeit von Einzelterminen, um ein Thema fokussiert zu bearbeiten.

Themen, die in den Arbeitsphasen besprochen werden können:

  • Die kulturelle Herkunft der Kinder soll als Bereicherung thematisiert werden, mit dem Ziel einer positiven Integration der Mehrheits- und Minderheitskultur.
  • Spezifische Situationen von Kulturkonflikten: Sport, Religion (Kopftuch).
  • Umgang zwischen Jungen und Mädchen.
  • Umgang bei Problemen mit anderen SchülerInnen.
  • Sexualität und Aufklärung.






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